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Ungeahnte Himmelsschätze

Mondfinsternis beobachten

Was passiert eigentlich bei einer Mondfinsternis? Und von wo aus hat man die beste Sicht auf das Spektakel? Hier erfahren Sie alles rund um den „Blutmond“.

Inhaltsübersicht

Mondfinsternis einfach erklärt – FAQ zur Mondfinsternis

Wann, wie, warum: Das Phänomen Mondfinsternis einfach erklärt.

Wie entsteht eine Mondfinsternis?

Bei einer Mondfinsternis steht die Erde (im Schema blau dargestellt) ziemlich genau zwischen Sonne (orange) und Mond (grau).

Da die Erde sehr viel größer als der Mond ist, wirft sie auch einen viel längeren und größeren Schatten ins Weltall, als es der Mond tut.

Schematische Darstellung der Mondfinsternis
Schematische Darstellung einer Mondfinsternis

Wo ist die Mondfinsternis zu sehen?

Der beste Beobachtungsplatz für eine Mondfinsternis kann durchaus das Küchenfenster sein. Wichtig ist neben einem freien Blickfeld zum Mond eigentlich nur, dass möglichst wenige künstliche Lichtquellen die Beobachtung stören. Ein klarer, wolkenloser Himmel ist aber Grundvoraussetzung zum Beobachten!

Will man das Wetterrisiko minimieren, muss man ein wenig reisen: Sehr gute Chancen auf klaren Himmel in Verbindung mit hervorragenden und preiswerten Reisemöglichkeiten bieten die Kanaren und hier vor allem die Südseiten und Hochlagen von Teneriffa und La Palma. Die Wahrscheinlichkeit, eine Mondfinsternis in ganzer Pracht beobachten zu können, ist dort deutlich höher als in Mitteleuropa.

Wenn Sie sich kurzfristig für den Beobachtungsort entscheiden möchten, sollten Sie ab etwa 1 Woche vor einer Mondfinsternis die Entwicklung der Bewölkungssituation und die mittelfristigen Wetterprognosen verfolgen.

Welchen Einfluss hat das Wetter bei einer Mondfinsternis?

Ein paar Wolkenfelder zwischendurch sind nicht weiter störend, selbst bei nur zeitweisen Wolkenlücken lohnt sich die Beobachtung. Die Finsternis dauert ja eine ganze Zeit lang an, so dass einem die Wolkenlücken am richtigen Platz zur richtigen Zeit den Anblick der Mondfinsternis erlauben können.

Bei langandauernder, dichter Bewölkung ist dieses kosmische Naturereignis allerdings nicht beobachtbar. Hier gibt es eine recht zuverlässige Bewölkungsvorhersage: www.wetteronline.de/wetterradar

Warum wird der Mond bei einer Mondfinsternis zum Blutmond?

Die Rotfärbung des Mondes bei einer Mondfinsternis entsteht durch Streulicht der Sonne, welches durch die Erdatmosphäre hindurch auf den Mond fällt. Nur die langwelligen, roten Anteile des Sonnenlichtes durchdringen die Lufthülle der Erde.

Mondfinsternis fotografieren – Tipps, Tricks und Einstellungen

Jeder kann mit jeder Kamera mal einen Schnappschuss probieren – man sieht das Ergebnis ja sofort auf dem Display. Etwas kritisch ist die Scharfstellung des Bildes: Am besten manuell auf „unendlich“ stellen und sorgfältig kontrollieren. Machen Sie Testfotos schon mal einen Abend vorher, dann können Sie notfalls auch noch einmal in der Bedienungsanleitung nachschlagen.

Idealerweise hat man ein Stativ, eine System- oder Spiegelreflexkamera mit Zoomobjektiv. Ein Fernauslöser vermeidet Verwackler, genügend Akku-Reserve und Speicherplatz ist ratsam. Fotografieren Sie im RAW-Format oder im kombinierten RAW/JPG-Format auch dann, wenn Sie nicht wissen, was RAW eigentlich bedeutet. Es kann sein, dass Sie Jahre später die Bearbeitungsmöglichkeiten von RAW-Bildern kennenlernen und anzuwenden wissen und dann werden Sie sich freuen, wenn Sie aus den „alten Mondfinsternis-Bildern“ noch mehr herausholen können. Kritisch ist hier immer die Scharfstellung. Nehmen Sie sich Zeit hierfür.

Es wird tausende Fotos des Mondes geben, die mit extremen Teleobjektiven aufgenommen wurden. Ehrlich gesagt sind die meistens langweilig. Viel schöner und aussagekräftiger sind Aufnahmen, auf denen der Horizont enthalten ist, ein Baum, ein Gebäude oder ein Schornstein. Achten Sie auf die Bildkomposition. Kontrollieren Sie Ihre Aufnahmen sogleich und passen Sie die Belichtungszeit je nach Stand des Verlaufs der Finsternis an.

Weitere Infos gibt es unter anderem hier:

Weitere Tipps zum Mondfinsternis-Gucken

Die Experten Dr. Andreas Hänel, Initiator der Sternenparks in Deutschland, und Harald Bardenhagen, selbstständiger Astronom, Dozent und „Defender of the Dark Sky“ (Auszeichnung der International Dark Sky Association IDA), gaben uns exklusive Tipps, wie man die Mondfinsternis am besten beobachten kann.

  • Suchen Sie sich einen Beobachtungsort, der freie Sicht nach Westen bietet, denn am Ende einer Mondfinsternis steht der Mond nur noch knapp über dem Horizont.
  • Der Ort sollte möglichst dunkel sein, denn wenn der Mond vor einem dunklen Sternhimmel steht, wirkt er am eindrucksvollsten.
  • Unsere Augen brauchen etwa 10 Minuten, um sich auf Dunkelheit einzustellen. Am besten machen Sie sich mit bloßen Augen mit dem Nachthimmel vertraut. Meiden Sie helles Licht. Rote Taschenlampen stören die Nachtsicht aber zum Beispiel nicht. Der Fachhandel bietet Rotlicht-Kopfleuchten an, doch rote Filterfolie aus den Bastelladen zum Aufkleben für Ihre Taschenlampe tut’s genauso gut.
  • Nehmen Sie sich eine Decke mit, der Jahreszeit angepasste Kleidung, eine Stärkung und eine Thermoskanne Tee – gute Begleiter für Ihre Mondfinsternis-Exkursion.
  • Während der „Totalität“ erscheint der Mond in tiefrote Farbe getaucht und man sieht auch die nah am Mond stehenden schwächeren Sterne. Schon mit einem kleinen Fernglas hat man einen phantastischen Blick auf den verfinsterten Mond und man wird bei aufmerksamer Beobachtung vielleicht auch sehen, wie der Mond sich langsam vor den Sternen bewegt und den einen oder anderen bedeckt. Man wird auch die großen Meere auf dem Mond und die großen Krater erkennen können. Das sollte man nicht verpassen!

Mehr über Herrn Dr. Andreas Hänel und die Dark Sky Initiative erfahren Sie auf lichtverschmutzung.de.

Mehr über Herrn Harald Bardenhagen erfahren Sie auf www.sterne-ohne-grenzen.de.

Einige Passagen mit freundlicher Unterstützung von mofi2015.de

Vergangene Mondfinsternissen

Mondfinsternis September 2015 – Phasen und Zeitplan

Diese Mondfinsternis war etwas für Frühaufsteher, denn sie fand am frühen Montagmorgen, dem 28.9.2015, statt und begann mit der kaum merklichen Halbschattenfinsternisphase um ca. 02:10 Uhr. Der Vollmond trat dann in den Halbschatten der Erde ein und wurde im Schattenbereich ein wenig „dunkler“ – da musste man schon sehr genau hinschauen.

Um ca. 03:07 Uhr begann die partielle Phase der Mondfinsternis, spätestens jetzt bemerkte man, dass der Mond immer mehr vom dunklen Kernschatten der Erde „angeknabbert“ wurde, bis er dann gegen 04:10 Uhr vollständig in den Kernschatten eintauchte.

Nach ca. 73 Minuten trat der Mond von ca. 05.24 Uhr bis 06:27 Uhr wieder allmählich aus dem Kernschatten heraus und um ca. 07:24 Uhr verließ er dann auch den Halbschatten wieder und die Finsternis war beendet.

Ablauf der Mondfinsternis am 28. September 2015
Zeitlicher Verlauf der Mondfinsternis im September 2015, © Harald Bardenhagen
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Die fünf besten Orte, um den Sternenhimmel zu beobachten

Wir empfehlen Ihnen fünf Orte im deutschsprachigen Raum, die besonders dunkel sind. Warum? Weil Sie hier neben der Mondfinsternis auch Sternenkonstellationen, Gasnebel und Galaxien sehen, die Ihnen in einer hell beleuchteten Großstadt verborgen bleiben.

Übrigens: Ein Besuch lohnt sich auch, wenn gerade mal keine Mondfinsternis zu sehen ist.

Sternenpark Nationalpark Eifel

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Sterne im Nationalpark Eifel, © Harald Bardenhagen
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© Bardenhagen / Google Earth Pro
Die International Dark-Sky Association (IDA) zeichnet nur Orte mit einem wahrlich sternenreichen Nachthimmel aus – die Eifel ist so ein Ort. Mehrere Plätze eignen sich für die Sternenbeobachtung.

Für Ihren „Sterngucker-Ausflug“ empfehlen wir Ihnen die Sternwarte in Vogelsang IP sowie drei passende Hotels.

Sternenpark Eifel – weitere Informationen und Unterkünfte >>

Sternenpark Westhavelland

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Milchstraße über dem Westhavelland, © Andreas Hänel
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© sternenpark-westhavelland.eu/
Der Sternenpark Westhavelland erhielt als erster in Deutschland den Titel Dark Sky Reserve. Hier befindet sich mit Gülpe auch der „dunkelste Ort Deutschlands“. Perfekt, um den Sternenhimmel in seiner vollen Pracht zu bewundern.

Die empfohlenen Hotels sind übrigens „sternenfreundlich“.

Sternenpark Westhavelland – weitere Informationen und Unterkünfte >>

Sternenpark Rhön

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Galaxie M31 über Sternenpark Rhön © Werner Klug
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© sternenpark-rhoen.de
Die Rhön weist mehrere Gebiete mit nahezu natürlichen Nachtlandschaften und einem sternreichen Himmel auf. Das sah auch die International Dark Sky Initiative so und kürte die Rhön im Jahr 2014 zum Dark Sky Reserve.

Verbinden Sie Ihre Beobachtungen des Sternenhimmels doch gleich mit einem Kurzaufenthalt in der Rhön!

Sternenpark Rhön – weitere Informationen und Unterkünfte >>

Dürrenstein / Großmugl (Österreich)

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Nächtlicher Himmel Großmugl, © Niki Nekuda
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Mond über dem Gebiet Dürrenstein, © Thomas Kurat
Auch in Österreich bestehen Initiativen, Gebiete wie die Gemeinde Großmugl und den ostalpinen Raum um den Dürrenstein als Lichtschutzgebiet anzuerkennen.

Genießen Sie den österreichischen Sternenhimmel bis dahin einfach so – die Reise lohnt sich!

Dürrenstein / Großmugl – weitere Informationen und Unterkünfte >>

Naturpark Gantrisch (Schweiz)

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Milchstraße mit Gantrisch, © gantrisch.ch
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© gantrisch.ch
Nacht, Sternenhimmel, Bergpanorama – das bietet die Schweiz in Perfektion. Besonders schön kann man die Sterne und den Mond auf dem Gantrisch beobachten. Mehrere Plätze für ungestörtes Sterne-Gucken stehen zur Verfügung – inklusive Sternwarte!

Wir empfehlen drei Unterkünfte in der Nähe.

Naturpark Gantrisch – weitere Informationen und Unterkünfte >> Zurück zum Anfang

Sternwarten in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Sie möchten die Sterne im Trockenen, komfortabel und unter fachlicher Anleitung beobachten? Hier finden Sie eine Übersicht deutscher, österreichischer und schweizerischer Sternwarten, Volkssternwarten und Planetarien.

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