Stiege zwischen Kunst und Alltag

Galerie Treppenhaus

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Treppenhäuser sind eher pragmatische Gebäudeteile; sie dienen als Verbindung zwischen den Stockwerken. Durch ein Treppenhaus geht man, um von hier nach dort zu gelangen. Doch im ZMPT (Zentrum für medizinische Physik und Technik) lädt das Treppenhaus zum Verweilen ein. Hohe Glasfronten, diagonale Treppen und senkrechte Säulen geben dem Raum eine interessante Struktur.

100 x verführt Nürnberg, Fürth, Erlangen


100 X VERFÜHRT NÜRNBERG, FÜRTH, ERLANGEN
100fach Erlebenswertes aus den drei mittelfränkischen Städten jenseits der Touristenpfade, 223 Seiten
ars vivendi verlag, 14,90 Euro
ISBN 978-3-86913-183-2

Die ungarische Künstlerin Gabriella Héjja erkannte das Potenzial dieser Räumlichkeiten und gründete hier 2006 eine Galerie. Schwerpunkt des Portfolios bildet die Fotografie, für die Héjjas Interesse bereits in Ungarn über die Arbeit als Fotomodell geweckt wurde. Mit regelmäßigen Fotowettbewerben und dem Angebot des Kunst-Leasings versucht die Künstlerin, die Fotografie als Teil der bildenden Künste zu stärken.

500 Quadratmeter ungewöhnliche Ausstellungsfläche

Breite Treppen verbinden die drei offenen Etagen der etwa 500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche. Von oben fällt der Blick ins Café SchwarzStark in der Eingangshalle. Von dort dringen Lounge-Musik und leise Unterhaltungen herauf. Holzverkleidete, rot gestrichene Wände nehmen den weißen Fluren mit den dunklen Bodenfliesen die sterile Seriosität und verleihen der Galerie einen ansprechenden, modernen Stil. Die Bilder hängen zum Teil frei, sodass Sonnenlicht sie von hinten durchscheint und auf eigentümliche Weise zum Leuchten bringt. Neben Héjjas Arbeiten sind Werke verschiedener zeitgenössischer Künstler zu sehen. Auch die internationale Zusammenarbeit, insbesondere der intensive deutsch-ungarische Austausch, liegt der Galeristin am Herzen.

Etwas irritieren kann die elektronische Dartscheibe zwischen den Kunstwerken. Sie gehört wohl noch zum Cafébetrieb und verweist unmittelbar auf die Verbindung von Kunst und Alltag an diesem Ort. Seminarteilnehmer, Wissenschaftler und Cafégäste werden zu Galeriebesuchern. Kunstinteressierte können durch Glasfronten direkt in die Büros und Labore der ansässigen Institute und Firmen schauen.

Héjja versteht Kunst und Alltag nicht als getrennte Bereiche des Lebens. Ihr Ziel ist, die Vielfalt analoger und digitaler Ausdrucksmittel der Fotografie zu zeigen und Besucher für ihren speziellen ästhetischen Ausdruck zu begeistern. Dazu braucht Kunst keinen separierten Sonderort. In der Galerie Treppenhaus steht die Kunst im öffentlichen Raum und deshalb mitten im Leben.

Galerie Treppenhaus
Henkestraße 91, 91052 Erlangen
Öffnungszeiten: Montag-Donnerstag 9:00-20:00 Uhr, Freitag 9:00-19:00 Uhr
Beratung und Verkauf: Mittwoch 16:00-19:00 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon 0177/7299 665)
www.galerie-treppenhaus.de

Auszug aus dem Buch 100 x verführt Nürnberg, Fürth, Erlangen, S. 205

Bildrechte sämtliche Aufnahmen in der Galerie: Gabriella Héjja

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