Was wäre Köln ohne den Kölner Dom? Ähnlich wie der Eiffelturm zu Paris, gehört der Dom zur
Millionenmetropole am Rhein.
Beim Blick von der Domplatte nach oben kommt man sich ganz klein vor. Oft ertappe ich mich auch
dabei, Touristen zu beobachten, die mit ihrer Kamera ohne Weitwinkelobjektiv die Schönheit des Doms
festzuhalten versuchen. Sie haben so ihre Schwierigkeiten, das gotische Gebäude auf ein Bild zu
bannen. Der Kölner Dom ist das Wahrzeichen Nummer eins. Er ist so stark mit der Stadt verwachsen, dass
man denken könnte, er sei schon immer da gewesen. Das stimmt natürlich nicht. Begleiten Sie mich auf
einer kleinen Tour durch den Dom!
Kölner Dom
Domkloster 4, 50667 Köln, Deutschland
Dit und dat – Geschichtliches:
Wo heute der Dom steht, kamen schon zur spätrömischen Zeit Anhänger des Christentums zusammen und
feierten Gottesdienste. Die ersten Kirchen nahe der Stadtmauer fielen aber entweder Bränden zum
Opfer oder mussten immer größeren Gebäuden weichen.
Der sogenannte „alte Dom“, auch karolingischer Dom genannt, wurde 870 errichtet und blieb bis zum 13.
Jahrhundert nahezu unverändert erhalten. Nachdem der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine
der Heiligen Drei Könige 1164 nach Köln brachte, nahm man sich vor, einen neuen Dom als
Wallfahrtskirche für Pilger zu schaffen. Im Jahr 1248 wurde daher der Grundstein für den neuen Dom
gelegt und der gotische Bau konnte beginnen. Um 1530 stellte man die Bauarbeiten ein, da das Interesse
an gotischen Bauwerken nachließ. Mit einem provisorischen Dach schloss man das Mittelschiff des
Langhauses; der Dom blieb unvollendet und wurde bis 1794 als Lagerraum und Pferdestall genutzt.
Erst Anfang des 19. Jahrhunderts, in der Romantik, regte sich wieder Interesse an der Gotik. Da bot es
sich an, den Kölner Dom in seiner Pracht vollkommen zu machen und die Bauarbeiten fortzuführen! Und am
15. Oktober 1880, nach einer Bauzeit von insgesamt 640 Jahren und zwei Monaten, war der Dom vollendet!
Und der Kölner sah, dass es gut war. Um die Geschichte auch bis zum Ende zu erzählen: Seit 1996 gehört
das Meisterwerk der Gotik zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der Eintritt in das Gotteshaus ist
selbstverständlich kostenlos. In den Monaten Mai bis Oktober sind die Pforten täglich von 06:00 Uhr
bis 21:00 Uhr geöffnet. Von November bis April kann man den Kölner Dom von 06:00 Uhr bis 19:30 Uhr
betreten und an Gottesdiensten und Andachten teilnehmen, Chor-und Orgelkonzerte besuchen oder einfach
sein persönliches Gebet sprechen.
Kölner Dom
Domkloster 4, 50667 Köln, Deutschland
Tief hinab und hoch hinaus – Domschatzkammer und
Dombesteigung:
Die Schatzkammern können Sie selbstständig erkunden. Zu den bedeutendsten Stücken des Domschatzes
gehören der Petrusstab und die Petruskette, die lange Zeit zu den Hauptreliquien des Kölner Doms
zählten.
Heutzutage werden besonders die Reliquien der Heiligen Drei Könige verehrt, die in einem goldenen
Schrein hinter dem Hochaltar lagern. Der ehemalige Kardinal Meisner pflegte diesbezüglich zu sagen:
„In Köln feiern wir mit den Reliquien der Drei Könige in gewisser Weise das ganze Jahr über
Weihnachten.“ Auch das Erklimmen der 509 Stufen zur Aussichtsplattform lohnt sich und eröffnet
Ihnen einen wundervollen Ausblick auf die Kölner Altstadt, den Rhein oder den Fernmeldeturm. Die
Besteigung kostet drei Euro Eintritt; eine Kombikarte „Dombesteigung und Domschatzkammerbesichtigung“
gibt es für sechs Euro.
Kölner Dom
Domkloster 4, 50667 Köln, Deutschland
Kirchenfenster erinnert an „gestörtes Bildsignal im Fernsehen“:
Das Kirchenfenster des Kölner Künstlers Gerhard Richter hat sich zu einem wahren Besuchermagneten
entwickelt.
Die anfängliche Skepsis, es erinnere an ein „gestörtes Bildsignal im Fernsehen“, ist schon lange
verflogen: Ein Fenster, bestehend aus Tausenden Quadraten und 72 verschiedenen Farben, zaubert ein
Farbenspiel, das alle Besucher in seinen Bann zieht.
Mit der Reliquie Papst Johannes Pauls II ist der Kölner Dom um eine weitere Attraktion reicher
geworden. In einem Schaugefäß ist ein Stoffläppchen mit einem Blutstropfen des Verstorbenen zu
sehen. Die Reliquie dient dazu, sich an den Papst zu erinnern und seinen Segen zu erhalten.
Fazit
Imposant. Gewaltig. Riesig. Majestätisch. Es gibt zahlreiche Superlative, um den Kölner Dom zu
beschreiben und doch kann man die Einzigartigkeit mit keinem Wort exakt wiedergeben. Von außen blickt
man auf ein dominantes, ehrfurchtgebietendes Kunstwerk und von innen staunt man über eine
lichtdurchflutete, himmelhohe, wundervolle Ausstattung – eine Ausstrahlung, die von nur wenigen
Gebäuden weltweit ausgeht.
Ein Wehrmutstropfen: Aufgrund der Witterung und Umweltbelastungen wird der Dom ganzjährig restauriert
und man wird ihn nie ganz ohne Baugerüste zu Gesicht bekommen. Aber, wie der Kölner zu sagen pflegt:
„Wenn der Dom fertig ist, geht die Welt unter“. Na, dann lassen wir fleißig weiterrestaurieren und
erfreuen uns an den sichtbaren Teilen. Die sind schon überwältigend genug. Wer den Kölner Dom nicht
besucht hat, der war auch nicht wirklich in Köln.