Feierabend. Jetzt erst einmal weg. Raus aus dem Anzug und hinein ins Grün der Berliner Parks. Was hat
Berlin zu bieten, um den Kopf freizubekommen und neue Energien für die nächsten Stunden zu tanken? Wie
wäre es mit Wilmersdorf?
Sportbezirk Wilmersdorf – draußen und drinnen bewegen
Es ist Sommer in Berlin. 36° und es wird noch heißer. Im Volkspark Wilmersdorf versucht jeder, seine
natürliche Blässe in ein gesundes Braun zu verwandeln. Der Bereich zwischen Bundesallee und
Blissestraße ist besonders schön. Hier schwingen Hobbygolfer Minigolfschläger, Eltern lassen ihre
Kinder auf den Wiesen und Spielplätzen toben in der Hoffnung, dass sie abends erschöpft umfallen. Und
Eisverkäufer haben Hochsaison.
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Ähnlich entspannt
geht es im TULUM zu. Das eigentlich mexikanische Restaurant vereint in sich auch
ein Café und eine Cocktailbar und kümmert sich open end um die Wünsche seiner Gäste. Tulum war
eine Stadt der Mayas und viele Motive, die in den dortigen Tempelanlagen zu sehen sind, finden
sich an den Wänden des Berliner Restaurants wieder.
Für den Moment tut es erst einmal eine Erfrischung und dann geht es aus der exotisch-karibischen
Atmosphäre zurück ins Berliner Großstadtleben.
Shoppen in Wilmersdorf – vom Flohmarkt zum Luxusmarkt
Ich laufe weiter Richtung Adenauerplatz, vorbei am Fehrbelliner Platz. Im angrenzenden Preußen Park
jubilieren die Vögel und Menschen ob des herrlichen Wetters und jenseits liegt bereits der
Kurfürstendamm, die wohl bekannteste Straße Berlins. Luxusuhren mit Platinzahnrädern und Erstausgaben
von Goethes „Leiden des jungen Werther“ sind nur einige der Kuriositäten hier. Vor den Geschäften
stehen Berliner Bären in allen Farben und Designs, die einen zum Stehenbleiben bringen. Am Adenauer-
und Olivaer Platz freuen sich Kinder über die Springbrunnen und die sommerlichen Temperaturen. Genau
diese bunte Vielfalt an Menschen, Läden und Natur zeigt, dass sich hier jeder zu Hause fühlen kann.
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Anschließend lasse
ich mich in der Erlebniskneipe Klo in der Leibnizstraße auf einem als
Toilettensitz designten Stuhl nieder. Hier treffe ich ein paar urige Berliner Originale und nach
zwei Bierchen witzeln wir über die lustige und nostalgische Einrichtung.
Kultur in Wilmersdorf – der Geist, der die Welt im Innersten zusammenhält
Es ist noch Zeit für einen Spaziergang zum Lehniner Platz, den mir meine neuen Freunde aus dem „Klo“
auch dringend ans Herz legen. Also zurück zum Kurfürstendamm. Hier will gerade der Bus in Richtung
Halensee losfahren. Der Busfahrer öffnet mir dankenswerter Weise noch einmal die Tür, meint aber: „So
jewinnste den Berlinmarathon aber nich.“
Auf dem Weg durch die City-West verändert sich das Gesicht des Kudamms merklich. Die schicken
Trendläden nehmen nach und nach ab, dafür sind bodenständige Geschäfte wie Baumärkte und Banken immer
häufiger zu sehen.
Am Lehniner Platz überfällt mich immer wieder die Architektur der Berliner Schaubühne. Die
Hufeisenform mag von außen ungewöhnlich wirken, innen bietet sie aber optimale Bedingungen für
sämtliche Theaterformen. Den großen Gesamtraum kann man in bis zu drei einzelne Vorstellungsräume
teilen. Zeit für eine Vorstellung bleibt leider nicht.
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Dafür freue ich mich
umso mehr, dass im gegenüberliegenden Francucci’s spontan ein Tisch frei wurde!
Das stilvolle italienische Restaurant mit seiner Weinbar begeistert seit 1962 Berliner und
Touristen. Ich gönne mir eine Portion Pappardelle al Ragù, mit Fleisch aus toskanischem
Chianina-Rind – das kitzelt wenigstens mal die Geschmacksknospen!
Noch ein kurzer Spaziergang durch die Droysenstraße und am S-Bahnhof Charlottenburg vorbei, dann ist
die Kantstraße erreicht. Bei einer kurzen Busfahrt die Kantstraße entlang ziehen in den
Fensterscheiben die Einkaufsmöglichkeiten nahe der Wilmersdorferstraße und die Bäume am Lietzensee
vorbei. Hm, offensichtlich hat Wilmersdorf mehr zu bieten, als in 90 Minuten passt.
Bildnachweise
- Tapas: Terence Lim, CC BY-ND 2.0
- Das KLO: Mit freundlicher Genehmigung der Kneipe „Das Klo“
- Francucci’s: bloomburys, CC BY 2.0