Ein Spaziergang durch das Viertel La Petite France

Brücken, Fachwerk und Romantik

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Das ehemalige Gerberviertel La Petite France, auf Elsässisch Klein Frànkrich, ist seit dem fünfzehnten Jahrhundert bekannt und unter anderem auch aufgrund der vielen Restaurants ein gern besuchtes Ziel. Der Name geht auf das Hospiz des Vérolés zurück. Hier wurden die Soldaten, die aus dem Italienfeldzug zurückkamen und mit Syphilis erkrankt waren, aufgenommen. Die Krankheit wurde dann als französische Krankheit bezeichnet und gab dem Viertel schließlich seinen Namen.

Um ins Petite France zu gelangen, laufen Sie durch die Grand Rue, biegen dann in die Rue du Fossé des Tanneurs ab und gehen anschließend zum Place Benjamin Zix. Die Straßen führen an vielen typisch farbenfrohen elsässischen Fachwerkhäusern mit Geschäften vorbei. Früher befanden sich dort Gerbereien, daher auch der Name der Straße: Rue du Fossé des Tanneurs (Straße der Gerbergräben). Die meisten Fachwerkhäuser stammen aus dem sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert und sind noch sehr gut erhalten. Sie können auch entlang der Ill schlendern, einem langen Fluss mit drei überdachten Brücken. An den Brücken befinden sich vier beeindruckende Wehrtürme, die unter Denkmalschutz stehen. Diese Türme dienten früher als Gefängnisse und werden heute bei Einbruch der Dunkelheit beleuchtet.

Eine Oase der Ruhe im Herzen von Straßburg

La Petite France ist – im Gegensatz zur lebhaften Innenstadt – eine Oase der Ruhe. Im Sommer trotzen die engen Gassen der Hitze und Sie bekommen eine fast ländliche Atmosphäre geboten. Der Place Benjamin Zix, wo Musiker unter Platanen auf ihren Akkordeons spielen, ist das Sonnensegel des Viertels. Viele Besucher entdecken La Petite France mit dem Fotoapparat. Ob die Spiegelung im Wasser der Ill, die alten Fachwerkhäuser mit den verzierten Blumen oder die Dächer mit den kleinen Ziegeln, für jeden Moment gibt es das richtige Bild.

Ein schöner Ort für ein außergewöhnliches Erinnerungsfoto ist die Fasanenbrücke (Pont du Faisan), die sich dreht, damit Boote passieren können. Auch Paare wählen diesen Ort aus, um einzigartige Momente von sich festzuhalten. La Petite France wird aufgrund seiner zahlreichen Kanäle, die einst von Gerbern oder Fischern verwendet wurden, auch als das Venedig des Nordens bezeichnet. Die alten Traditionen finden sich auch heute noch in vielen Straßennamen.

Ein (Shopping-)Spaziergang

Ob alleine oder mit dem Partner, der Ort hat Charme und Poesie. Genießen Sie die gemütlichen Straßencafés bei einer Tasse Tee oder einem Eis. Nach dieser kurzen Pause laden die Geschäfte entlang der überdachten Brücken zum Shoppen ein. Wenn Sie am berühmten Haus der Gerber (Maison du Tanneurs) vorbeikommen, dann können Sie die leuchtend roten Gardinen bewundern und in den Flüssen die Schwäne, Enten und Küken, die sanft auf der Wasseroberfläche treiben, beobachten. Von dort aus können Sie an den Ufern entlang schlendern, um ins Stadtzentrum zu gelangen.

Wenn Sie auf der Suche nach Souvenirs sind, dann ist La Petite France genau der richtige Ort für Sie. Die Vitrinen sind reich geschmückt mit Klapperstörchen aus Plüsch, Gugelhupfformen für eine traditionelle elsässische Brioche oder Postkarten. Außerdem finden Sie in der Rue du Coq Juweliere, Chocolatiers und Kurzwarengeschäfte.In dieser Straße stellen außerdem professionelle Künstler ihre Werke an verschiedenen Straßenecken aus und im Winter kann man leckere heiße Maronen kaufen. Im Frühjahr öffnen die Restaurants, Bars, Eisdielen und Cafés ihre Terrassen und verwandeln La Petite France in einen außergewöhnlichen Ort.

Genießen Sie Spezialitäten aus dem Elsass

Zur Mittagszeit öffnen die Küchen der Restaurants und verbreiten den köstlichen Geruch der elsässischen Spezialitäten. Man spürt, dass das Glück in Straßburg durch den Magen geht. Wir geben Ihnen ein paar Adressen mit auf den Weg:

L’Ami Schutz ist eine der wenigen „Bierstuben“, die ihren traditionellen Charme bewahrt hat. Im Sommer sind die Terrassen besonders ruhig. Die Preise für einen Mittagstisch sind erschwinglich und liegen zwischen 15 und 30 Euro. In der Nähe des Restaurants, das an die überdachten Brücken angrenzt, befindet sich ein großer majestätischer Baum, der dazu einlädt, unter freiem Himmel etwas zu trinken.

La Maison des Tanneurs (Haus der Gerber), auf Elsässisch „Gweru“, ist ein berühmtes Restaurant im Petite France. Zwar sind die Preise etwas gehoben (z.B. 24 Euro für ein Zanderfilet), aber die Küche ist ausgezeichnet und Sie finden viele traditionelle Gerichte wie das „Kougelhopf glacé au marc de gewurztraminer“, ein Gugelhupf-Eis-Dessert mit Gewürztraminer. Der Guide Michelin hat dieses Restaurant 2014 als Institution regionaler Küche ausgezeichnet.

Oder das Marco Polo, ein Restaurant mit italienischer und elsässischer Küche. Auf der Blumenterrasse am Rande der Ill können Sie am Flussufer essen und gleichzeitig die vorbeifahrenden Boote beobachten.

Aber es gibt noch viele weitere Restaurants mit traditioneller und exzellenter Küche im Petite France. Entdecken Sie die Stadt und lassen Sie sich von der außergewöhnlichen Küche verzaubern.

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