Mehr als Flammkuchen: die traditionellen elsässischen Spezialitäten

Guglhupf, Flammkuchen und Fleischkiechles

  • Flammkuchen

Die elsässische Küche gibt sich traditionsbewusst: Räucherspeck aus eigener Herstellung, selbst gebrannter Schnaps oder der berühmte Gugelhupf mit feinen Nüssen und natürlich der weltberühmte Flammkuchen sind die kulinarischen Klassiker.

Legenden rund um den Gugelhupf

Der Gugelhupf ist eine typische elsässische Brioche, hergestellt in einer speziellen Form aus Kupfer oder gebranntem Ton. Es gibt verschiedene Arten der Zubereitung, klassisch süß oder herzhaft mit Speck. Interessant sind die Legenden rund um das Rezept und die Backform. Eine der bekanntesten Legenden besagt, dass der Ursprung in Bethlehem liegt. Einer der drei heiligen Könige vergaß seine Kopfbedeckung in der Krippe. Diese Kopfbedeckung wurde nach den Kreuzzügen in eine Straßburger Bäckerei gebracht und diente dort als Vorlage für die Backform. Nach einer anderen Legende war der Gugelhupf zu trocken für einen polnischen König. Der Hefekuchen wurde dann in Rum und Zuckersirup getränkt und wurde so zum „Baba au rhum“ .

Straßburger Küche: üppig und  gehaltvoll

Als meine Großmutter ihr berühmtes Kaninchen in Rotweinsauce kochte und wir Kinder das Geheimnis dieses kulinarischen Genusses erfahren wollten, antwortete sie: „Je mehr Fett desto besser.“ Die elsässische Küche ist in der Tat vor allem für ihre üppigen Mahlzeiten wie die Spätzle à la crème mit Eiernudeln oder die traditionellen Fleischkiechles (Fleischküchle ) bekannt. Aber keine Sorge, Straßburg bietet auch eine etwas leichtere Küche: Das berühmte Sauerkraut beispielsweise, das mit Speck und Straßburger  Werschtle oder Knacks, manchmal auch mit Fisch, serviert wird. Die Hauptstadt dieser Spezialität ist das Dorf Krautergersheim, wo man im Sommer die Kohl-Ernte und die Sauerkraut-Herstellung besichtigen kann. Detaillierte Informationen dazu gibt es beim Tourismusbüro in Obernai.

Die Straßburger Werschtle können Sie auch auf den zahlreichen Messen und Straßenfesten finden. Viele Stände bieten die Werschtle mit Kartoffeln, Senf und oft mit Bier an. Das Elsass liegt zwar nicht am Meer, bietet aber dennoch viele Möglichkeiten für Fischliebhaber. Die Fische werden in den umliegenden Flüssen und Teichen gefangen und nach traditioneller elsässischer Art zubereitet. Zanderfilet, Sauerkraut mit Fisch oder Forelle sind auf der Speisekarte vieler Restaurants zu finden.

Brezen zum Bier

Dank seiner vielen Hopfen- und Gerstenfelder und der großen Zahl an natürlichen Wasserquellen ist das Elsass schon seit 1471 für sein Bier bekannt. Heute kommen 60 % der nationalen Bierproduktion aus dem Elsass – das entspricht 11 Millionen Hektoliter. Jedes Jahr bieten die zahlreichen Brauereien das berühmte „Bière de Noël“ an, ein leicht würziges Weihnachtsbier. Zum Bier wird oft eine Brezel serviert, die als „Brezen“ z. B. auch auf dem Münchner Oktoberfest zu finden ist. Die ansässigen Bäckereien bieten das Laugengebäck in den unterschiedlichsten Varianten an, von traditionell herzhaft bis süß – die Vielfalt ist groß.

Der Flammkuchen, eine der bekanntesten Spezialitäten

Eine typische elsässische Spezialität ist der Flammkuchen, die sogenannte Tarte flambée: Ein hauchdünner Teig, belegt mit Speck, Zwiebeln und Sauerrahm, manchmal auch mit Schmelzkäse oder würzigem Münsterkäse. In vielen Restaurants wird der Flammkuchen traditionell im Holzofen gebacken. Es gibt sogar mobile Holzöfen, damit der „Flammekueche“ auch vor Ort, z.B. bei Familienfeiern, zubereitet werden kann. Der Flammkuchen wird am besten mit den Fingern gegessen. Neben der traditionellen Variante gibt es auch süße Flammkuchen mit Äpfeln und Zimt und flambiert mit Obstschnaps.

Regionale Weine

Zu einem guten Essen gehört ein guter Wein – und davon gibt es im Elsass viele: Weißwein, Spätburgunder und rötlichen Schaumwein. Zu den typischen Weißweinen zählen der trockene Silvaner, der süße Gewürztraminer, der Riesling und der Weißburgunder. Das Bouquet eines Weines hängt vom Weinstock, Winzer und Erntejahr ab. Der Muskatwein zum Beispiel zeichnet sich durch seinen fruchtigen Geschmack aus und war schon fast verschwunden, hat aber dank der Spargelgerichte zu neuer Blüte gefunden. Zum Aperitif wird oft eine Flasche Schaumwein geöffnet, der Champagner der Elsässer. Es gibt verschiedene Sorten, Pétillant, Brut oder Demi-Brut. Zum Dessert empfehlen wir Ihnen den süßen Wein der Spätlese. Diese Weine werden erst nach der allgemeinen Lese geerntet und unterstehen strengen Qualitätsnormen. Der Wein zeichnet sich durch die süßlichen Trauben und den ausgeglichenen Säuregehalt aus.

Als Abschluss möchten wir Ihnen ein typisches elsässisches Restaurant ans Herz legen: Das „Au Vieux Strasbourg“ in der Nähe des Münsters. Wenn Sie eines Tages dort einkehren, dann denken Sie an unseren Bericht und trinken Sie ein Glas auf uns.

Bildrechte Flammkuchen: ThinkstockPhotos/Crolique

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