Wasserverschwendung ade: Nachhaltigkeit im Freizeitbad

Das Thema Nachhaltigkeit betrifft alle Lebensbereiche. Jetzt rüsten Schwimm- und Freizeitbäder nach und investieren in umweltbewusste Anlagen und schützen so das wertvolle Gut Wasser. Dabei gibt es neben dem Beckeninhalt noch viele weitere Bereiche, die nachhaltiger betrieben werden können. Gemeinsam mit dem Aquapark Oberhausen – der zusammen mit der Unternehmensberatung Prova und der Nachhaltigkeitsagentur Heyst sein Nachhaltigkeitskonzept entwickelt hat – stellen wir den Trend zum umweltbewussten Baden vor und zeigen dir, worauf du achten kannst.

Umweltbewusster Umgang mit Wasser

Wer nicht am Meer oder Badesee wohnt, sucht in Schwimm- und Freizeitbädern nach Abkühlung und Erholung. Neue Entwicklungen reduzieren die Bedenken bezüglich der Umweltverträglichkeit: Wasserverbrauch und Energiekosten für die Erwärmung des Beckeninhalts sinken von Jahr zu Jahr. Immer mehr Bäder schließen sich der „Initiative Nachhaltigkeit für die deutsche Bäderbranche“ an. Sie berät Schwimm-, Erlebnis- und Freizeitbäder rund um die Themen Ökologie, Ökonomie und Soziales.

Im Zentrum steht natürlich die Ressource Wasser. Diese wird im Idealfall mit Hilfe von Solarenergie oder Fernwärme auf Temperatur gebracht, durch eigene Aufbereitungsanlagen recycelt und umweltfreundlich sowie hygienisch gefiltert. Die Desinfektion geschieht heute mit Hilfe von UV-Licht-Bestrahlung, die die Bakterien zerstört und das herkömmliche Chlor ersetzt. Der Aquapark Oberhausen nutzt deshalb bis zu 80% wiederaufbereitetes Wasser, was der gesetzlichen Obergrenze für Schwimmbäder entspricht.

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Nachhaltigkeit außerhalb des Beckens

Wassersparen und die Temperatur umweltverträglich regeln – das reicht heute nicht mehr. Es gibt noch weitere Aspekte, die Badebetriebe nachhaltig ausrichten können.

  • Transparenz: Die Betriebe sollten ihren Verbrauch und ihre Maßnahmen klar kommunizieren und den Besuchern alle Informationen offenlegen. So kannst du sofort erkennen, in welchen Aspekten das Bad besonders engagiert ist.

  • Energiesparen: LED-Lampen sparen sehr viel Strom im Gegensatz zu herkömmlichen Glühlampen. Im Becken sorgen sie darüber hinaus mit Farbwechseln für spannende Effekte.

  • Gastronomie: Regionale Produkte und der Verzicht auf Zusatzstoffe sind wichtiger Bestandteil einer verantwortungsbewussten Gastronomie. Auch Müllvermeidung durch Mehrwegverpackungen ist ein wichtiges Thema, das immer öfter umgesetzt wird.

  • Soziales: Faire Bezahlung, regelmäßige Workshops und Teamaktivitäten gehören ebenfalls zu einer nachhaltigen Firmenpolitik und sorgen für ein gutes Unternehmensklima.

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Globale Trends: Nachhaltigkeit setzt sich durch

Der Revierpark Vonderort, das Maximare in Bad Hamm oder das Freizeitbad Dülmen haben sich neben dem Aquapark Oberhausen der Initiative Nachhaltigkeit angeschlossen. In seiner Vorbildfunktion wurde das Auqapark-Team sogar von der European Waterpark Association – die größte Interessenvertretung europäischer Badebetriebe – eingeladen, um über aktuelle Entwicklungen zu sprechen.

Von Deutschland aus erreicht die Initiative neue Interessenten in ganz Europa. Der Trend zum bewussten Umgang mit Wasser geht darüber hinaus: Regelmäßig setzen sich Bäder und Thermen für Wasserprojekte auf der ganzen Welt ein. Mit Unterstützung des Erlebnisbades in Oberhausen entstehen beispielsweise neue Brunnen und sanitäre Anlagen in Sierra Leone. Auch Besucher können aktiv werden und im Bad für die Trinkwasserversorgung in wasserarmen Regionen spenden.

Eine offizielle Zertifizierung für die Bemühungen des Aquaparks gibt es übrigens nicht. Betriebsleiter Timo Schirmer sieht das auch nicht als Priorität: “Die Arbeit vor Ort ist uns wichtiger als ein Siegel an der Tür.” Diese Arbeit ist zukunftsweisend für einen nachhaltigen Badespaß.

Weitere Informationen zum Thema „Nachhaltigkeit in der Bäderbranche“ kannst du in der Zeitschrift Führung + Organisation (zfo) 4/2016 (Verlag Schäffer-Poeschel) nachlesen.

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