Das Oktoberfest in München

Die fünfte Jahreszeit

  • Das Oktoberfest in München
Wenn Sie am Hauptbahnhof, auf der Maximilianstraße oder an der Supermarktkasse vermehrt Menschen in Dirndl und Lederhose wahrnehmen, ist der Grund mit großer Wahrscheinlichkeit der alljährliche Ruf der Theresienwiese. Das erste Bierfass wird jedes Jahr pünktlich um 12 Uhr angestochen, die erste Mass wird gezapft und dem amtierenden Ministerpräsidenten gereicht. Dann geht es für zwei Wochen und insgesamt drei Wochenenden rund auf dem Festplatz im Herzen der Isar- und Ludwigsvorstadt.   Sie planen einen Wiesn-Besuch? Dann sind das Ihre Aufgaben:

Aufgabe Nr. 1: Bezahlbares Hotelzimmer in einer ausgebuchten Stadt finden.

Zum Oktoberfest herrscht in München Ausnahmezustand. Die Hotels sind Monate im Voraus ausgebucht und verlangen teils horrende Summen für einen Schlafplatz. Sie sollten Ihre Reise nach München daher weit im Voraus planen und – um die exorbitanten Preise zu umgehen – ein Hotel außerhalb der Stadt wählen. Nehmen Sie lieber eine längere Anfahrt, zum Beispiel von Starnberg aus, in Kauf. Die Fahrzeit mit dem Auto beträgt 30 Minuten. Mit der S-Bahn – die S6 fährt vom Hauptbahnhof oder vom Marienplatz aus alle 4-7 Minuten – kommen Sie in 35 Minuten direkt von der Wiesn nach Starnberg. Und das vergleichsweise günstig: Eine Tageskarte kostet nur EUR 11,20.
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Direkt in Starnberg in der Münchner Straße liegt das Privathotel „Vier Jahreszeiten“, vom Bahnhof leicht zu Fuß oder mit dem Taxi erreichbar. Das Hotel bietet zum Oktoberfest Arrangements ab EUR 149 pro Nacht an und liegt damit im Preis-Leistungs-Verhältnis ganz weit vorne.

  Schlafplatz: Check. Weiter geht’s mit der richtigen Kleidung!  

Aufgabe Nr. 2: Guten Trachtenladen für das richtige Outfit finden.

Sie schütteln nur den Kopf? Weil die Wiesn auch in Jeans und Hemd geht? Sicher geht das – aber Sie werden auffallen! Denn Ihre Kollegen, Freunde, Geschäftspartner und einfach alle anderen Besucher schlagen in Tracht auf, zefix! Und der eigentliche Spaß ist es ja, in Tracht als „falscher Bayer“ loszuziehen. Woher bekommt man also eine „Krachlederne“ oder ein Dirndl?

LODENFREY München am Dom

Maffeistraße 7, 80333 München, Deutschland

Eine sehr gute Adresse ist der Damen- und Herrenausstatter „Lodenfrey“! Zum Oktoberfest ist eine ganze Etage mit Trachtenmode gefüllt. Das Geschäft befindet sich im Herzen der Innenstadt in der Maffeistraße 7. Von der echten Hirschlederhose bis zur Dirndlbluse mit Spitze in allen Formen und Farben finden Sie wirklich alles für einen gelungenen Wiesn-Auftritt.

  Sollte Ihnen dies zu viel des Guten sein und Sie nur eine einfache Ausstattung suchen, empfehle ich Ihnen von „Lodenfrey“ aus über den Marienplatz in Richtung Tal zu schlendern. Hier reiht sich ein kleiner Laden an den nächsten – die Preise sind niedrig und die Auswahl groß.   Für die Damen ist neben dem passenden Outfit auch die Frisur ein wichtiger Punkt. Auch hier gibt es verschiedene Optionen – jeder Friseur in München beherrscht die typischen Flechtfrisuren. Auf dem Weg zur Festwiese können Sie in jeden beliebigen Friseursalon gehen und spontan nach einer klassischen Wiesnfrisur fragen. Münchens Top-Adressen sind „Arnoldy & Traub“ im Hotel Bayerischer Hof, gegenüber von „Lodenfrey“ und 500 Meter weiter, am Lenbachplatz, „Lippert’s Friseure“. In diesen beiden Salons sollten Sie auf jeden Fall vorab einen Termin vereinbaren.   Nun, da das Trachtenoutfit steht, geht es auf in Richtung Theresienwiese!  

Aufgabe Nr. 3: Zurechtfinden auf der Wiesn.

Unter der Woche können Sie sowohl tagsüber als auch am Abend problemlos einen Platz in einem der vielen Zelte finden – an den Wochenenden ist das schlichtweg unmöglich. Wenn Sie keinen Tisch reserviert haben, bleibt Ihnen nur, sich morgens um 6 Uhr in die langen Schlangen vor den Zelten einzureihen und zu warten, bis die Türen um 11 Uhr aufgehen. Das gleiche gilt für die An- und Abfahrt – unter der Woche bekommen Sie ohne Schwierigkeiten ein Taxi, am Wochenende sind diese hart umkämpft, meist überteuert oder vorbestellt. Fahren Sie lieber mit der U-Bahn. Die U4 und U5 fahren im Minutentakt zur Haltestelle Theresienwiese. Am Wochenende ist natürlich auch diese Haltestelle überlaufen. Eine gute und schnelle Alternative ist die U3. Steigen Sie am Goetheplatz aus; von hier können Sie die Zelte schon sehen und sind in drei Minuten auf dem Gelände.   Ein Zelt neben dem anderen und Sie wissen nicht, welches Sie wählen sollen? Kein Problem, grundsätzlich gibt es kein falsches Zelt. Als Tipp für die Gourmets unter Ihnen: Das „Käfer“-Festzelt beschert sicher die größte Gaumenfreude. Unübersehbar, in rot–weißer Pracht, lädt das Zelt zu gutem Essen und etwas VIP-Glamourgefühl auf der Wiesn ein. „Sehen und gesehen werden“ lautet die Devise und es kann Ihnen passieren, dass der ein oder andere Bayernspieler oder Prominente am Tisch neben Ihnen die Mass hebt.   Ebenso populär wie das Käferzelt und immer gut besucht ist das Schützenzelt. Hier geht es etwas wilder zu! Sobald der erste Durst gelöscht und der Magen gefüllt ist, tanzt man hier auf Tisch und Bank. Die Blaskapelle ist in diesem Zelt besonders aktiv und so jagt ein Wiesn-Hit den nächsten. An Stimmung mangelt es im Schützenzelt auf keinen Fall. Aber auch die anderen Zelte haben ihren Charme und Besonderheiten. Ziehen Sie ruhig etwas umher und versumpfen Sie nicht nur in einem Zelt.   Es gibt viel zu entdecken – und zu kaufen!  

Aufgabe Nr. 4: Souvenir vom Münchner Oktoberfest aussuchen.

Sie besuchen das Oktoberfest und bringen den Liebsten nichts mit? „Sein S‘ doch net so ruachad“*! Die Auswahl ist so vielfältig wie die unterschiedlichen Nationalitäten auf der Wiesn. Ja, es ist schon fast etwas schwierig, das schönste Souvenir auszuwählen! Ein schönes Mitbringsel sind die typischen Lebkuchenherzen mit den Grüßen vom Oktoberfest oder auch Ihren persönlich formulierten Grüßen. Außerdem gibt es die Ansteckherzen und Holzwäscheklammern, die mit Namen, Grüßen oder kleinen Botschaften handbeschriftet werden. Vielleicht noch eine Tüte gebrannter Mandeln, die Sie hoffentlich nicht als Wegproviant verspeisen.   * Bayerisch für: „Seien Sie doch nicht so geizig!  

Aufgabe Nr. 5: Eine After-Wiesn-Party mitnehmen.

Wenn dann um 23 Uhr die Musik verstummt und es heißt „morgen geht es wieder weiter“, können Sie entweder direkt in Ihr Bett taumeln oder einfach weiterziehen. Die After-Wiesn-Partys in München sind berühmt-berüchtigt. Natürlich geht’s in Tracht weiter, frei nach dem Motto, „Feiern wie die Bayern“.  

HEART Restaurant & Bar

Lenbachplatz 2, 80333 München, Deutschland Eine gute Adresse, um den Abend fortzusetzen, ist der Club „Heart“. Der Nachtclub am Lenbachplatz, unweit der „Lippert’s Friseure“, ist eine der Topadressen des Münchener Nachtlebens und heiß begehrt. Es lohnt sich, im Vorfeld zu reservieren, insbesondere, wenn man in einer größeren Gruppe unterwegs ist. Das „Heart“ öffnet während des Oktoberfests von Montag bis Sonntag jede Nacht seine Türen und lädt zu einer wilden Nacht ein.  

Aufgabe Nr. 6: Sich auf die nächste Wiesn freuen!

Für untrainierte Wiesngänger ist jetzt wahrscheinlich Schluss. Hartgesottene genießen diesen Ausnahmezustand, probieren die einzelnen Zelte an weiteren Tagen durch, auf der Suche nach dem eigenen Lieblingszelt. Aber auch die schönste Zeit neigt sich einmal dem Ende und ist Anfang Oktober Geschichte. Seien Sie nicht traurig: In weniger als einem Jahr geht es wieder aufs Neue los. Ein Hotel, das richtige Outfit und ein paar Insider-Tipps haben Sie ja jetzt hoffentlich schon, oder?  

Bildnachweise

  • Headerbild: Flickr, Heribert Pohl, CC-BY-SA 2.0
  • Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg: HOTEL DE
  • Lodenfrey: Pressebild

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