Stark frequentiere Eingangshalle eines Bahnhofs

Verpflegungspauschale im Ausland

Landesspezifische Pauschalen und Besonderheiten

Für den Verpflegungsmehraufwand im Ausland existieren Verpflegungspauschalen, die von den deutschen Pauschalbeträgen abweichen (siehe hierzu unseren Ratgeber Verpflegungspauschale à Verlinkung zum Artikel sobald dieser online ist). Dabei werden vom Bundesfinanzministerium bei der Festlegung der Pauschalen die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten vor Ort berücksichtigt. Für einige Staaten (wie z.B. die USA, China, Australien oder Frankreich) bestehen sogar regionale bzw. städtische Unterschiede in der Höhe der Pauschale.

 

Verpflegungspauschale auf einen Blick

Die wichtigsten Informationen aus dem Artikel finden Sie hier kurz und knapp zusammengefasst:

  • Länderspezifische Verpflegungspauschalen sind in der untenstehenden Tabelle aufgelistet
  • Jährliche Anpassung der Pauschalen durch das Bundesfinanzministerium
  • Besondere Regelung für Flugreisen, die mehr als zwei Tage dauern
  • Durchreisestaaten bleiben bei der Ansetzung der Pauschale unberücksichtigt (Ausnahme: Übernachtung im Durchreiseland)
  • Es existieren Sonderfälle bei der Regelung für den Rückreisetag

Eingangshalle eines FlughafensGrundsätzliches zum Verpflegungsmehraufwand im Ausland

Die Verpflegungspauschalen werden jedes Jahr vom Bundesfinanzministerium angepasst. Hier werden zum Beispiel die jeweiligen Verbraucherpreise vor Ort und die aktuellen Wertigkeiten der Währungen berücksichtigt (z.B. Euro vs. Dollar). Wenn Sie während einer Dienstreise mehrere Länder zu Dienstzwecken bereisen, wird grundsätzlich die Verpflegungspauschale des Landes angerechnet, welches als letztes vor 24 Uhr erreicht wurde.

Beispiel:

Ein Außendienstmitarbeiter ist auf einer dreitägigen Dienstreise. Er beginnt die Geschäftsreise abends um 23 Uhr an seiner Wohnung in München, um am nächsten Morgen bei einem Kunden in Frankreich zu sein.  Er überquert die Grenze zu Frankreich erst am Folgetag und ist um 7 Uhr beim Geschäftssitz des Kunden angekommen.

Zur Berechnung der Pauschale für den Anreisetag wird die anteilige deutsche Pauschale in Höhe von 12 Euro angesetzt, da der Außendienstmitarbeiter sein Zielland Frankreich erst am Folgetag erreicht. Für den zweiten und dritten Tag der Dienstreise ist die französische Pauschale anzurechnen.

Zu berücksichtigen ist, dass bei der Berechnung der Verpflegungspauschale eventuell auftretende Zeitverschiebungen keine Berücksichtigung finden. Das vereinfacht die Berechnung, auch wenn es in einigen Fällen in der Erfassung zu Tagen mit weniger bzw. mehr als 24 Stunden kommen kann. Bindend für die Wahl der Pauschale ist die jeweilige Ortszeit.

Eingangshalle eines Flughafens

 

Übersicht der Verpflegungspauschalen zu den wichtigsten Businessreiseländern der Deutschen

In der nachfolgenden Tabelle sind die Verpflegungssätze der wichtigsten Länder für deutsche Geschäftsreisende aufgeführt. Hier sind auch die jeweils abweichenden Pauschalbeträge für einige große ausländische Städte ersichtlich. So beträgt der volle Verpflegungsmehraufwand für die USA im Allgemeinen 51 Euro pro Tag. Geschäftsreisende, die jedoch z.B. in New York City tätig sind, können bei der Reisekostenabrechnung eine Pauschale von 58 Euro für den vollen Tag ansetzen.

 

 

 

Land

Pauschale für Abwesenheit von mindestens 8 Stunden

bzw.

An- oder Abreisetag

(in Euro)

 

Pauschale für Abwesenheit von 24 Stunden

(in Euro)

Australien
–        im Allgemeinen 37 56
–        für Canberra 39 58
–        für Sydney 40 59
Brasilien
–        im Allgemeinen 36 54
–        für Brasilia und Sao Paulo 36 53
–        für Rio de Janeiro 32 47
China
–        im Allgemeinen 33 50
–        für Chengdu 24 35
–        für Hongkong 49 74
–        für Kanton 27 40
–        für Peking 31 46
–        für Shanghai 33 50
Frankreich
–        im Allgemeinen 29 44
–        für Paris (inkl. Departments 92 – 94) 39 58
–        für Lyon 36 53
–        für Marseille 34 51
–        für Straßburg 32 48
Großbritannien und Nordirland
–        im Allgemeinen 30 45
–        für London 41 62
Italien
–        im Allgemeinen 23 34
–        für Mailand 26 39
–        für Rom 35 52
 

 

Land

Pauschale für Abwesenheit von mindestens 8 Stunden

bzw.

An- oder Abreisetag

(in Euro)

 

Pauschale für Abwesenheit von 24 Stunden

(in Euro)

Japan
–        im Allgemeinen 34 51
–        für Tokio 36 53
Niederlande 31 46
Österreich 24 36
Polen
–        im Allgemeinen 18 27
–        für Breslau 22 33
–        für Danzig 20 29
–        für Krakau 19 28
–        für Warschau 20 30
Russland
–        im Allgemeinen 16 24
–        für Jekatarinenburg 19 28
–        für Moskau 20 30
–        für St. Petersburg 17 26
Schweiz
–        im Allgemeinen 41 62
–        für Genf 43 64
USA (Vereinigte Staaten von Amerika)
–        im Allgemeinen 34 51
–        für Atlanta und Washington D.C. 41 62
–        für Boston und New York City 39 58
–        für Chicago 36 54
–        für Houston 42 63
–        für Los Angeles 37 56
–        für Miami 43 64

 

Die jeweiligen Sätze der Verpflegungspauschalen weiterer Länder finden Sie auf der Seite des Bundesfinanzministeriums (Stand 2019).

 

Regelungen zur Verpflegungspauschale bei (mehrtägigen) Flugreisen

Generell gilt, dass ein Zielland erreicht ist, sobald das Flugzeug gelandet ist. Etwaige Zwischenstopps bleiben unberücksichtigt. Bei eintägigen Flugreisen wird die Pauschale des Ziellandes für diesen Tag angesetzt.

Bei einer zweitägigen Flugreise (also ein Flug über Nacht) gilt für den ersten Tag die Anreisepauschale des Abfluglandes, da das Zielland am ersten Tag noch nicht erreicht wurde. Für den zweiten Tag ist die volle Pauschale der Zieldestination anzusetzen, da eine 24-stündige Abwesenheit vorliegt und das Land der Auswärtstätigkeit erreicht wurde.

Bei Flugreisen, die mehr als zwei Kalendertage andauern (auf Grund von Zwischenlandungen oder örtlichen Zeitverschiebungen), ist laut Gesetz bzw. dazugehöriger Richtlinien für den Zwischentag der Verpflegungssatz aus Österreich als Pauschale anzusetzen. Diese Regelung ist in den Richtlinien des Bundesfinanzministeriums verankert (R 9.6 Absatz 3 LStR 2015). Eine nähere Erläuterung, warum hier die österreichische Pauschale anzusetzen ist, gibt das Ministerium jedoch nicht. Am Abreisetag wird jeweils die Pauschale des Landes berücksichtigt, in dem der Arbeitnehmer zuletzt tätig geworden ist. Im Regelfall ist dies das Zielland der auswärtigen Tätigkeit.

Beispiel:

Ein Außendienstmitarbeiter startet am Montagabend um 23 Uhr an seiner Wohnung auf eine Geschäftsreise nach Australien um dort mehrere Kunden des Unternehmens zu besuchen. Mit einem Zwischenstopp zum Umsteigen in Singapur und der Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Australien, landet er am Mittwoch um 9 Uhr in Sydney.

Der Außendienstmitarbeiter benötigt für seine Flugreise insgesamt drei Tage. Am Montag wird als Verpflegungsmehraufwand die anteilige deutsche Pauschale für 12 Euro angesetzt. Am Dienstag handelt es sich um einen sogenannten Zwischentag, bei dem laut obengenannter Lohnsteuer-Richtlinie die österreichische Tagespauschale in Höhe von 36 Euro angesetzt wird. Am Mittwoch landet der Dienstreisende in Australien und hat so das Land seiner Auswärtstätigkeit erreicht. Daher wird für diesen Tag die australische Pauschale in Höhe von 59 Euro (für Sydney) berücksichtigt.

 

Startendes Flugzeug

 

Durchreisestaaten und Sonderfälle bei der Rückreise

Prinzipiell bleiben Staaten, die der Geschäftsreisende auf seiner Dienstreise nur durchreist ohne tätig zu werden, bei der Berechnung der Verpflegungspauschale unberücksichtigt. Eine Ausnahme von dieser Regelung greift, wenn der Dienstreisende im Durchreiseland übernachtet. In diesem Fall findet der Pauschalbetrag dieses Staates Anwendung für den jeweiligen Tag.

Beim Thema Rückreisetag gibt es in der Praxis zwei Sonderfälle, die im Folgenden kurz erläutert werden.

Sonderfall 1:

Fallen Auswärtstätigkeit und die Rückreise aus dem Ausland auf einen Tag, so ist immer die Pauschale des ausländischen Staates anzusetzen. Wichtig: Auch ein kurzer Aufenthalt im Ausland reicht für den Ansatz bereits aus, sofern die gesamte Dienstreise mindestens acht Stunden dauert.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer beginnt seine Dienstreise früh 8 Uhr an seiner Wohnung in Aachen und besucht im Laufe des Vormittags zwei Geschäftskunden des Unternehmens. Nach dem Mittag hat er ein einstündiges Meeting mit einem holländischen Kunden in Maastricht, bevor er um 17 Uhr am Hauptsitz der Firma in Aachen eintrifft.

Der Arbeitnehmer hat für diesen Tag einen Anspruch auf den Ansatz eines Verpflegungsmehraufwands. Auch wenn er den größten Anteil dieser Dienstreise im Inland verbringt, wird die niederländische Pauschale in Höhe von 31 Euro (anteiliger Tag mit mindestens acht Stunden) angesetzt.

 

Sonderfall 2:

Ein weiterer Sonderfall ergibt sich, wenn sich der Arbeitnehmer am Tag der Rückreise von einer mehrtägigen Dienstreise sogleich auf seine nächste Dienstreise begibt. In diesem speziellen Fall sind die jeweiligen Landespauschalen miteinander zu vergleichen und die höhere Pauschale ist anzusetzen.

Wie ist die Regelung zur Verpflegungspauschale bei (mehrtägigen) Flugreisen?

Generell gilt, dass ein Zielland erreicht ist, sobald das Flugzeug gelandet ist. Etwaige Zwischenstopps bleiben unberücksichtigt. Bei eintägigen Flugreisen wird die Pauschale des Ziellandes für diesen Tag angesetzt.

Gibt es Sonderfälle bei der Rückreise (Durchreisestaaten)?

Staaten, die der Geschäftsreisende auf seiner Dienstreise nur durchreist ohne tätig zu werden, bleiben bei der Berechnung der Verpflegungspauschale unberücksichtigt. Wenn der Dienstreisende im Durchreiseland übernachtet, findet der Pauschalbetrag dieses Staates Anwendung für den jeweiligen Tag.

Welche Verpflegungspauschale wird bei Flugreisen die mehr als zwei Kalendertage dauern berechnet?

Aufgrund von Zwischenlandungen oder örtlichen Zeitverschiebungen, ist laut Gesetz bzw. dazugehöriger Richtlinien für den Zwischentag der Verpflegungssatz aus Österreich als Pauschale anzusetzen.

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Von am 4.04.2017 unter Auf Geschäftsreise veröffentlicht.