Ausschnitt eines Mannes im Anzug mit Baum im Hintergrund

CO2-Kompensation – nachhaltige Geschäftsreise durch CO2-Ausgleich

Wissenswertes und CO2-Ausgleichportale im Überblick

Geschäftsreisen gehören heute für viele Menschen zum Alltag. Diese sind dabei nicht nur teuer und zeitintensiv, sondern belasten durch den CO2-Ausstoß auch die Umwelt. Mithilfe von CO2-Ausgleichsportalen können Sie den durch die Geschäftsreise entstandenen CO2-Ausstoß berechnen und durch gezielte Spenden in Umweltprojekte kompensieren. Der nachfolgende Text erläutert die Funktionsweise der CO2-Kompensation und Sie finden Informationen zu wichtigen Ausgleichsportalen.

CO2-Kompensation auf einen Blick

  • CO2-Ausstoß wird durch klimafreundliche Projekte ausgeglichen
  • CO2-Ausgleichsportale erlauben die Bilanzierung und Kompensation des verursachten CO2-Ausstoßes
  • Einige Portale erlauben eine detaillierte Bilanzierung von Geschäftsreisen
  • CO2 Kompensation ist steuerlich absetzbar

Wie CO2-Kompensation den ökologischen Fußabdruck verbessert

CO2 Kompensation ist ein Instrument zur Verbesserung der CO2-Bilanz. Dazu wird der CO2-Ausstoß einer Handlung, wie beispielsweise einer Geschäftsreise, rechnerisch erfasst und durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten in gleicher Höhe an anderer Stelle eingespart. Somit wird der CO2-Ausstoß zwar nicht vermieden, aber ausgeglichen.

Aufgrund langer Transportwege produzieren Reisen sehr viel CO2 – vor allem bei Geschäftsreisen ins Ausland entsteht vergleichsweise viel CO2. Eine Flugreise von Deutschland in die USA verursacht pro Fluggast beispielsweise über drei Tonnen CO2. So ein Flug verbraucht damit mehr Emissionen als ein Jahr lang Autofahren mit einem Mittelklassewagen in Deutschland (ca. zwei Tonnen CO2).

Mit CO2-Ausgleichsportalen kann der CO2-Verbrauch für eine bestimmte Strecke berechnet und ausgeglichen werden. Für Unternehmen ergeben sich damit vielfältige Möglichkeiten, denn einige Portale haben sich auf Geschäftskunden und deren CO2-Ausstoß in der gesamten Wertschöpfungskette spezialisiert. Bei einer Geschäftsreise können so alle Bereiche – vom Flug über die Taxifahrt bis hin zum Hotelaufenthalt – in Bezug auf die CO2-Emissionen kompensiert werden.

Grafik von atmosfair, die das Prinzip CO2-Kompensation veranschaulichtFunktionsweise der CO2-Kompensation; Quelle: atmosfair

CO2-Ausgleichportale im Überblick

 

Logo von atmosfair

atmosfair

atmosfair (www.atmosfair.de) ist eine im Jahr 2005 gegründete gemeinnützige Klimaschutzorganisation, die sich schwerpunktmäßig mit Reisen beschäftigt. Dabei steht insbesondere der Flugverkehr im Fokus, aber auch der CO2-Ausstoß von Kreuzfahrten und Veranstaltungen werden kompensiert. CO2-Emmissionen von Autos und von Energien aus fossilen Brennstoffen werden hingegen nicht kompensiert. Zielgruppen von atmosfair sind sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen. Mit dem eigens entwickelten Standard „CO2-Berechnung Geschäftsreise“ bilanziert atmosfair den CO2-Ausstoß der gesamten Geschäftsreise. Die von atmosfair unterstützten Klimaschutzprojekte finden sich vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern und betreffen die Verbesserung der Energieeffizienz, die Förderung erneuerbarer Energien (Wasser- und Windkraft, Solarenergie, Biogas und Biomasse) und die Umweltbildung. Beispiele für aktuelle Projekte sind die Förderung von Windkraft in Nicaragua oder der Bau von Kleinbiogasanlagen in Nepal.

 

Logo von myclimate

myclimate

Die Stiftung myclimate – The Climate Protection Partnership (de.myclimate.org) ist eine internationale Initiative, die in der Schweiz gegründet wurde und heute in neun Ländern vertreten ist. Privatpersonen können neben Flugreisen auch ihren CO2-Fußabdruck  für Autos, Haushalte und Kreuzfahrten berechnen und kompensieren. Bei gewerblichen Kunden liegt der Fokus neben Flügen auf Firmenaktivitäten, Autos und Events. Auch zu einzelnen Produkten kann myclimate Ökobilanzierungen erstellen. Die in 30 Ländern durchgeführten Klimaschutzprojekte umfassen die Förderung erneuerbarer Energien, die Unterstützung von lokalen Kleinbauern im Bereich der Aufforstung und die Implementierung energieeffizienter Technologien. Hier sei beispielhaft auf den Einbau von Filtersystemen in Schulen und Haushalten für sauberes Trinkwasser genannt. Aber auch die Umweltbildung zählt zu den Aufgaben von myclimate.

 

Logo von TheCompensators

TheCompensators

Der 2006 von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung gegründete gemeinnützige Verein TheCompensators (thecompensators.org) kauft CO2-Zertifikate aus dem europäischen Emissionshandel, um so die verfügbaren Verschmutzungsrechte auf dem Markt zu reduzieren. Dafür werden diese Verschmutzungsrechte unwiderruflich vom Markt genommen. Diese Käufe finanzieren sich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Das Angebot richtet sich einerseits an Verbraucher, andererseits an Unternehmen, wobei sich das Angebotsspektrum nicht weiter ausdifferenziert. Das Portal bietet keinen eigenen CO2-Emissionsrechner an, es wird jedoch auf den Emissionsrechner des Umweltbundesamtes verwiesen.

 

Logo von ClimatePartner

ClimatePartner

Das 2006 mit Hauptsitz in München gegründete Unternehmen (www.climatepartner.com), das heute in weiteren Ländern vertreten ist, bietet IT-Systemlösungen für das Carbon Management von Unternehmen an, um den CO2-Ausstoß zu bilanzieren und zu kompensieren. Die Bekämpfung der Erderwärmung kann so an jeder Stelle des Wertschöpfungsprozesses integriert werden, und das in allen Branchen. In Bezug auf den CO2-Ausstoß erfasst ClimatePartner Geschäftsreisen, die Teil der Wertschöpfungskette sind, und gleicht diese aus. Zwar ist diese Bilanzierung integraler Bestandteil der IT-Lösung, allerdings existiert auch ein CO2-Rechner auf der Website, der eine Bilanzierung für Flugreisen, Autofahrten und Veranstaltungen erlaubt. Die zertifizierten Klimaschutzprojekte, die durch die CO2 Kompensation unterstützt werden, umfassen die Förderung erneuerbarer Energien sowie den Waldschutz, vornehmlich in Entwicklungsländern. Ein aktuelles Projekt ist beispielsweise der Schutz des Kasigau Wildlife Corridor in Kenia.

Logo von Klima-Kollekte

Klima-Kollekte

Klima-Kollekte (klima-kollekte.de) ist ein 2011 ins Leben gerufener kirchlicher Kompensationsfonds zum Ausgleich von CO2-Emissionen. Die gemeinnützige GmbH, bei der sieben christliche Organisationen gleichberechtigte Gesellschafter sind, unterstützt zertifizierte kirchliche Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern. Die Projekte umfassen dabei den Ausbau erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz, beispielsweise durch den Einsatz energieeffizienter Herde in Indien oder Kenia. Die Projekte dienen dem Klimaschutz und der Armutsbekämpfung vor Ort. Durch den CO2-Rechner kann der CO2-Ausstoß von Heiz- und Stromemissionen, von Reisen (mit Auto, Bus, Bahn und Flugzeug) und von Veranstaltungen kompensiert werden. Das Angebot richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an kirchliche Organisationen und Unternehmen.

 

Logo von Arktik

ARKTIK

Das junge Unternehmen ARKTIK (www.arktik.de) aus Hamburg bietet den CO2-Ausgleich für Privat- und Geschäftskunden an und unterstützt damit vom WWF anerkannte Klimaschutzprojekte. Diese umfassen die Bereiche Moor- bzw. Waldschutz, die Förderung erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz in Entwicklungsländern. Aber auch lokale Klimaschutzprojekte werden unterstützt, beispielsweise der Schutz der Meetschower Moorkuhlen in Deutschland. Neben dem CO2-Rechner, der einen CO2-Ausgleich bei Flugreisen erlaubt, bietet AKRTIK darüber hinaus im Geschäftsbereich eine CO2-Bilanzierung für alle Leistungsbereiche eines Unternehmens an. Dies betrifft nicht nur einen klimaneutralen Fuhrpark, sondern beispielsweise auch eine klimafreundliche Geschäftsreise.

 

Logo von Project Climate

PROJECT CLIMATE

Die PROJECT CILMATE GmbH (www.project-climate.de), die 2012 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen hat, legt ihren Schwerpunkt auf nachhaltige Mobilität von Automobilen für Unternehmen und Institutionen. Ziel ist einerseits der Ausgleich von CO2, andererseits dessen Vermeidung im Geschäftsbetrieb. Dazu identifiziert PROJECT CLIMATE die CO2-Emissionen im Unternehmen und erfasst und ermittelt Lösungen, diese durch geeignete Maßnahmen auszugleichen bzw. zu vermeiden. Durch den Ausgleich werden Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern unterstützt, die dem Ausbau regenerativer Energien und der Reduktion von CO2 verpflichtet sind. In Brasilien wird beispielsweise ein Projekt unterstützt, welches Strom aus Holzabfällen produziert. Somit wird hier auf Dieselgeneratoren verzichtet. Ein CO2-Emissionsrechner gibt es auf der Website allerdings nicht. Neben dem Angebot für Unternehmen unterhält PROJECT CLIMATE eine weitere Website für Privatkunden (www.wir-fahren-klimafreundlich.org).

Windräder in einem Windpark in Aruba, die durch Erträge aus der CO2-Kompensation finanziert wurdenFörderung eines Windparks in Aruba zur nachhaltigen Energiegewinnung, finanziert durch Erträge aus der CO2-Kompensation; Quelle: ClimatePartner

Funktionsweise von Portalen zur CO2-Kompensation

Die vorgestellten Portale ähneln sich teils stark hinsichtlich ihrer Funktionalität. So besitzen fünf der sieben Anbieter einen eigenen CO2-Rechner, welcher den CO2-Ausstoß für Flugreisen berechnet. Die Handhabung ist dabei sehr intuitiv: Es wird der Start- und der Zielflughafen eingegeben und schon berechnet das jeweilige Portal die CO2-Emissionen für den Flug.

Die produzierten Ergebnisse weisen allerdings eine recht große Spannbreite auf. Für einen Flug von Berlin (Tegel) nach New York (JFK) werden CO2-Ausstöße zwischen 2400kg und 3880kg ausgewiesen. Dies hängt mit den verschiedenen Berechnungsarten der Portale zusammen, bei denen unterschiedliche Variablen (Flugzeugtyp, Belegung, Wetterverhältnisse, etc.) einbezogen werden. Der für die Kompensation des CO2-Verbrauchs aufgewendete Geldbetrag kann ebenfalls unterschiedliche Werte aufweisen. Diese Werte liegen zwischen 39,89€ du 89,24€. Bei einigen Portalen ist es zudem möglich, den errechneten Betrag flexibel an ein frei wählbares Projekt anzupassen. Den Betrag kann man dann einfach über die gängigen Zahlungsmethoden spenden.

Unterschiede zwischen den Portalen ergeben sich insbesondere in Bezug auf die Angebotsdifferenzierung. Während einige Anbieter sowohl für Privat- als auch für Geschäftskunden tätig sind, sind andere Portale vornehmlich auf Unternehmen und Organisationen ausgerichtet. Dies spiegelt sich dann auch im Angebot selbst wieder: Der Fokus liegt nicht mehr primär auf Mobilitätsgesichtspunkten, sondern die Leistungen beziehen sich auf alle Leistungsbereiche des Unternehmens. Einige Anbieter bieten zudem extra CO2-Bilanzierungen für Geschäftsreisen an, was für Unternehmen, deren Mitarbeiter auf auswärtige Geschäftstermine angewiesen sind, interessant sein kann.

CO2-Kompensation: Vorteile für Unternehmen

Der CO2-Ausgleich ist nicht nur für Unternehmen interessant, die sich dem Klimaschutz verpflichtet fühlen und einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten wollen. Immer mehr Kunden bevorzugen Produkte und Dienstleistungen, die eine klimafreundliche Bilanz aufweisen. Auch bei öffentlichen Ausschreibungen spielt die Ökobilanz eines Unternehmens eine immer größere Rolle und kann damit entscheidend für den Geschäftserfolg sein. Neben der Reduktion von CO2 bietet der CO2-Ausgleich damit einen guten Weg, um etwas für die Umwelt zu tun und langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Die CO2-Kompensation von Geschäftsreisen ist dafür ein erster Schritt, um Nachhaltigkeit zu leben und nach außen zu präsentieren. Nebenbei: Der Betrag, den Geschäftsreisende für den CO2-Ausgleich aufgewenden, ist steuerlich absetzbar! Die für den CO2-Ausgleich aufgewendeten Beträge gelten als Spenden, für die auf Wunsch eine Spendenquittung ausgestellt wird. Diese Spendenquittungen sind steuerabzugsfähig und können bei den Finanzämtern geltend gemacht werden.

 

Von am 14.09.2017 unter HOTEL DE Blog - Reise und Lifestyle veröffentlicht.

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