"Kein Hotelpalast, sondern ein kleines individuelles Haus, das einen inhabergeführten Eindruck machte.
Kein Vergleich zu den Massenghettos in Spanien oder Griechenland. Hier war man Gast, hier durfte man sein.
Etwas versteckt gelegen im Vorort Carciano, direkt neben der Seilbahnstation, hatte man aber genau gegenüber die Isola Bella, die Favoritin der Boromäischen Inseln und war sofort entschädigt für den einzigen Nachteil, den das Haus zu bieten hatte, nämlich den 10 minütigen Fußmarsch in das quirlige Zentrum von Stresa. Doch ob das wirklich ein Nachteil ist, für einen erholsamen Urlaub, oder auch nicht, das möge jeder für sich selbst beurteilen.
Ich persönlich hätte mir noch einen kleinen Kühlschrank und modernes W-lan auf dem Zimmer gewünscht, doch man kann nicht alles haben im Leben.
Ein Gast, der vor mir das Haus besuchte, meinte, es wäre das beste 3 Sterne Hotel, dass er ja bereist hätte. Dem kann ich mich anschließen und ergänzen: Mit der Vornehmheit eines 4-Sterne Hotels!
Angesichts der sehr übersichtlichen aber verlockenden Speiskarte entschlossen wir uns am ersten Abend für ein Upgrade auf HP.
Das eintönige Wurst/Käse-Angebot beim Frühstück konnte da nicht ganz mithalten, doch im Vergleich mit großen Häusern, wo das Angebot unweigerlich mit der englischen Variante ergänzt wird, hat man dort auch nichts anderes zu erwarten.
Eine Woche ist da schon gut zu verkraften, bei einem zweiwöchigen Aufenthalt bekommt man schnell ein Sylvestersyndrom, jedes Mal gibt es „Dinner for two“
Baden an einem feinsandigem Strand kann man im See ein paar Kilometer weiter nördlich, am Anfang der Bucht in der Stresa fast mittig liegt. Etwas steinig in Stresa auch.Doch das Haus verfügt über einen Innen und einen Außenpool, so das jeder auf seine Kosten kommen sollte.
Die Klimaanlage sahen wir an den heißen Tagen als ein Geschenk des Himmels und sie entschädigte für nur ein deutsches Fernsehprogramm. Doch seien wir mal ehrlich, wer fährt schon zum Fernsehen nach Italien, wo doch Madam Hunziger regelmäßig bei uns zuhause auf dem Bildschirm präsent ist.
Die „Führerin“ des Hauses sorgt mit gestrengem Regime, dass das Personal den Gästen alle Wünsche erfüllt und zwar mehrsprachig. Deutsch, Englisch, Französisch und natürlich Italienisch wurde gesprochen, das entsprach genau der Zusammensetzung der Hotelgäste.
Angenehm war auch, dass die Parkplatzsuche nicht zur Dauerbeschäftigung mutierte und man auf gehbehinderte Gäste wirklich eingestellt war.
Das Hotel hatte eine angenehme Lobby und eine Hotelbar. Ein Restaurant mit 18 Tischen in dem das Servispersonal professionell vorlegte, in so einer angenehmen Atmosphäre hält man sich gerne auf.
Wer mehr Wert auf Remmi Demmi und Budenzauber legt, der geht oder fährt eben mal ein paar Schritte und stürzt sich ins Getümmel.
Diese Einschätzung schrieb ich bereits nach 3 Tagen im Hotel, nach 14 Tagen muß ich jedoch einschränkend sagen, dass das Frühstücksangebot in der Tat an Eintönigkeit nicht zu übertreffen ist. Meine Frage nach Spiegeleiern wurde fast mit Empörung quittiert und ich fand sie anschließend auch noch auf der Rechnung wieder. Die Brötchen waren kaum essbar, weil adelig und zäh. Sie waren mindestens „von gestern“
Insgesamt möchte ich dem Hotel ein „ empfehlenswert“ zuteil werden lassen, jedoch anraten, nicht läger als 3 bis 5 Tage zu verweilen."