Jugger – Ein Sport für moderne Gladiatoren

Wie sieht eine Sportart aus, die auf einem post-apokalyptischen Film beruht und Schilde, Ketten sowie imaginäre Hundeschädel als Spielgeräte nutzt? So martialisch es sich anhört, beim Jugger geht es sehr kontrolliert und technisch anspruchsvoll zu. Der Anblick ist dennoch spektakulär.

Jugger in der Theorie…

Das Ziel des Spiels ist es, den Jugg – im Film ein alter Hundeschädel, heute ein ovaler Schaumstoffball – so oft wie möglich in das gegnerische Tor zu tragen. Das wird jedoch von der gegnerischen Mannschaft mit Schaumstoffstäben verteidigt, die Pompfen genannt werden. Nur ein Spieler im Team, der Läufer, darf den Jugg tragen und ein Tor erzielen. Wird ein Spieler von einer Pompfe getroffen, muss er sich auf den Boden knien und darf erst nach einer Strafzeit von etwa zehn Sekunden weiterspielen.

…und in der Praxis

In der Realität ist Jugger eine Mischung aus Kampf- und Teamsport, die irgendwo zwischen Rugby und Fechten anzusiedeln ist. Die Teams versuchen ihren Läufer zu schützen und gleichzeitig die Spieler des anderen Teams durch Treffer unbeweglich zu machen. Das erfordert Geschick beim Einsetzen der Pompfen und der meterlangen Kette, aber auch Schnelligkeit und Durchsetzungskraft. Weil bei den Treffern aber nur die Berührung zählt und nicht die Wirkung, sind Verletzungen äußerst selten. Frauen und Männer spielen beim Jugger traditionell gemeinsam in einer Mannschaft und es gibt mittlerweile auch Kinder- und Jugendturniere.

Einen kurzen, aber intensiven Einblick in den Sport vermittelt folgender Zusammenschnitt:

Die körperlichen Anforderungen und das Training

Jugger hat mehr mit anderen Sportarten gemein, als der erste Blick vielleicht vermuten lässt. Die Bewegungsmuster vom Fechten helfen bei den Duellen mit den Pompfen, die Ausweichbewegungen erinnern an Rugby, das Teamplay an American Football. Körperbeherrschung und Geschicklichkeit sind manchmal wichtiger, als die reine Kraft. „Körperliche Voraussetzungen spielen weniger eine Rolle, da sie sich über den eigenen Stil ausgleichen lassen“, sagt auch Linus Smid, Pressesprecher von Jugger Berlin.

Wer neugierig auf diese ungewöhnliche Sportart ist, kann bei einem der zahlreichen Turniere einen Eindruck aus nächster Nähe gewinnen. Passende Gelegenheiten bieten sich beim Berliner Jugger Pokal, dem Nordderby in Kiel oder den Leipziger Juggernächten. Jugger Berlin bietet darüber hinaus jeden Sonntag ein kostenloses Probetraining für Neulinge an.

Jugger Berlin hat uns außerdem einen exklusiven Trainingsplan zur Verfügung gestellt. Der richtet sich aber nicht nur an angehende Jugger, sondern ist auch eine perfekte Ergänzung für Hobbysportler, die neue Anreize suchen. Viel Spaß beim Trainieren!

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Bildnachweis

  • Alle Bilder: © Jugger e.V.